Mittwoch, 23. November 2022

Dezember-Soforthilfe für Gas und Wärme

Der Staat hat für das nächste Entlastungspaket grünes Licht gegeben: für die „Soforthilfe“ für Gas- und Wärmkunden. Wie das im Detail aussieht, müssen Energieversorger wie das Stadtwerk am See nun in Windeseile umsetzen. Eine Übersicht, wie die Soforthilfe zu den Gaskunden gelangt.

Zur Entlastung der inflationsgebeutelten Haushalte übernimmt der Staat die Gasabschlagszahlung im Dezember. Bei Wärmekunden erstattet der Staat den Abschlag. Zwei unterschiedliche Verfahren, deren Umsetzung im Detail für Stadtwerke eine Herausforderung ist, erläutert Bianca Romer, Leiterin Kundenmanagement beim Stadtwerk am See. Wer bekommt von wem wieviel Geld und wann – hier ein Überblick:

Wer erhält die Entlastung?

Begünstigt sind in der Regel alle Haushaltskunden sowie Unternehmen mit einem Gas- oder Wärmeverbrauch unter 1,5 Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher Haushalt mit Gasheizung verbraucht jährlich ca. 20.000 Kilowattstunden Erdgas. Im Detail erlässt der Energieversorger seinen Kunden Geld, bekommt dieses allerdings vom Staat erstattet.

Was muss ich als Gaskunde tun?

Die Entlastung betrifft beim Stadtwerk am See die Abschlagszahlung Ende Dezember. Kunden, deren Abschlag per Lastschrift eingezogen wird, müssen nichts tun. Der Energieversorger setzt die Lastschrift Ende Dezember automatisch aus. Kunden, die mittels einem Dauerauftrag oder einer Überweisung ihren monatlichen Abschlag bezahlen, haben zwei Möglichkeiten: entweder sie setzen ihre Überweisung oder ihren Dauerauftrag für den Monat Dezember aus, oder sie zahlen wie gewohnt. Wer zahlt, bekommt auf seinem Kundenkonto eine Gutschrift, die dann mit der Jahresabrechnung im Januar verrechnet wird. Das Geld aus dem Dezember verringert dann eine eventuelle Nachzahlung bei der Jahresabrechnung. 

Wie hoch ist meine Dezember-Soforthilfe?

Die so genannte Gas-Soforthilfe entspricht in der Regel nicht der Höhe des Abschlags. Sie wird nach einem vom Gesetzgeber genau definierten Muster errechnet. Der Versorger erstellt eine Jahresprognose auf der Grundlage des Septemberverbrauchs. Ein Zwölftel des errechneten Jahresverbrauchs multipliziert mit dem vertraglich vereinbarten Bruttoarbeitspreis ergibt den Soforthilfe-Betrag. Der Grundpreis wird entsprechend anteilig hinzugerechnet. Die Werte für die Prognose kommen vom Netzbetreiber.

„Man sieht schon: Die Berechnung der Soforthilfe ist sehr komplex. Sie wird Energieversorger sehr fordern, aber auch für Kunden nicht einfach zu durchschauen sein“, erklärt Romer. Die genauen Beträge und Verrechnung sieht der Kunde erst auf seiner Jahresverbrauchsabrechnung.

Wärmekunden

Für Kunden mit Nah- und Fernwärme gibt es einen anderen Ansatz der Entlastung: Hier erstattet der Staat einen Betrag in Höhe des im September geleisteten Abschlags plus 20 Prozent. Verrechnet wird dies über den Abschlag im Dezember, der nicht eingezogen wird. Erstattungsbetrag und Abschlag werden miteinander verrechnet und bis Ende Dezember eine Gutschrift über den Differenzbetrag überwiesen.

Was ist mit meinem Wasser- und Stromabschlag?

Der bleibt wie er ist. Die geplanten Preisbremsen, die für Strom bereits im Januar starten sollen bzw. bei Gas und Wärme im März sind derzeit in Erarbeitung.

Der Energieversorger hat als Überblick über die derzeitigen Geschehnisse eigens eine Internetseite eingerichtet. Auf www.stadtwerk-am-see.de/energiekrise finden Kunden aktuelle Informationen und Antworten zu Themen wie Dezember-Hilfe, Strompreis- und Gaspreisbremse oder aber auch Blackout.   

Quelle: Stadtwerk am See