Mittwoch, 08. Dezember 2021

Mit Bürgerkarte beim lokalen Weihnachtseinkauf

Gutes tun: Buchhändlerin Anna Rahm berichtet, wie der Einzelhandel, Vereine und die Region gleichermaßen vom Einkauf mit der Bürgerkarte profitieren.
Frau präsentiert Bürgerkarte. Foto: Miriam Montano
Miriam Montano, Ansprechpartnerin für die Bürgerkarte Bodensee-Oberschwaben, vor dem Ravensburger Buchladen Anna Rahm – mit Büchern unterwegs auf Wörtern reisen (Foto: Bürgerstiftung Kreis Ravensburg)

„Gemeinsam können wir mehr bewirken“, so fasst Anna Rahm den großen Vorteil der Bürgerkarte zusammen. Damit bringt sie das Grundprinzip der Bürgerkarte auf den Punkt: Durch das „Hand in Hand von Wirtschaft und Gemeinwohl“ werden sowohl der lokale Handel als auch Vereine und Bürgerprojekte gestärkt. Bei jedem Umsatz mit der Bürgerkarte wird ein Förderprojekt als Dankeschön für den lokalen Einkauf vom Händler unterstützt. Der Händler erfasst die Projekte einfach über eine Fördernummer. Angemeldete Vereine und Bürgerprojekte erhalten ihre eigene Bürgerkarte und können diese an ihre Mitglieder und Freunde verteilen.

Anna Rahm ist seit 2017 als sogenannte „Anbieterin“ bei der Bürgerkarte dabei. Die Ravensburger Buchhändlerin erzählt in einem Interview, warum ihr die Bürgerkarte ein Herzensprojekt wurde und sie vom Konzept überzeugt ist. Sie unterstützt Vereine und Projekte in der Region Bodensee-Oberschwaben mit zwei Prozent des Einkaufswertes, wenn ein Kunde oder eine Kundin die Bürgerkarte vorzeigt. „Das Besondere an der Bürgerkarte ist, dass die Kundinnen und Kunden selbst entscheiden, welches Förderprojekt unterstützt werden soll. Dadurch werden auch Vereine unterstützt, die ich gar nicht kenne, die aber eine wertvolle Arbeit leisten. Das Geld verteilt sich damit fairer auf viele tolle Initiativen. Und durch die Bürgerkarte bleibt das Geld in der Region.“ Sie ist froh über die einfache Lösung mit der Bürgerkarte, so muss sie sich nicht für ein Spendenprojekt entscheiden, denn das ganze Jahr über trägt sie mit mittlerweile 40 Bürgerkarten-Anbietern zum Förderguthaben der knapp 90 angemeldeten Vereine und Projekte bei.

Auch dass die Bürgerkarte die Stadt und die Bürgerinnen und Bürger verbindet, gefällt ihr gut am Konzept. Händler, Kunden, Zulieferer, Vereine, Schulen, Kindergärten usw. werden zu einer Solidargemeinschaft, das schweiße zusammen und sorge für Zusammenhalt. Die Verbundenheit zu den Kundinnen und Kunden, zu Vereinen und anderen Unternehmen hat sich aus Sicht von Anna Rahm auch im ersten Lockdown gezeigt. Die Mitarbeitenden der Buchhandlung haben mit viel Einfallsreichtum und Begeisterung dafür gesorgt, dass trotz Geschäftsschließung Bücher zu den Menschen kamen. Diese dankten es mit handgeschriebenen Briefen und Wunschzetteln. Die Lieferungen frei Haus wurden dabei durch Mitglieder des BUND Ravensburg-Weingarten unterstützt, die freiwillig Fahrten mit dem E-Lastenrad übernahmen. Auch die Händler hätten sich gegenseitig unter die Arme gegriffen, indem beispielsweise Abholstationen an anderen Standorten angeboten wurden.

Neben der finanziellen Förderung für die Vereine sind Anna Rahm deshalb vor allem die Begegnung und das Miteinander wichtig, das durch die Bürgerkarte aufgebaut und verstärkt wird. In Zeiten der Corona-Pandemie ist die gegenseitige Unterstützung wichtiger denn je. Für viele Vereine sind wichtige Einnahmequellen weggebrochen und der Einzelhandel sieht sich in seiner Existenz bedroht. Die Bürgerkarte kann dieser Entwicklung etwas entgegensetzen und ermöglicht ein nachhaltiges und faires Miteinander. Je mehr Menschen die Bürgerkarte nutzen, desto größer ist der Mehrwert für die Region. Mitmachen kann jede Bürgerin und jeder Bürger ohne Anmeldung und anonym mit einer Fördernummer ihrer/seiner Wahl. Auch in Friedrichshafen kann man mit seinem Weihnachtseinkauf gleichzeitig seinen Verein oder sein Herzensprojekt fördern lassen.

Teilnehmende Geschäfte in Friedrichshafen sind z. B.: die Buchhandlung Fiederer, der Unverpacktladen Tante Emma’s Bruder, das Hotel Maier in Fischbach, die Soma-Tofurei, der Kinder-Second-Hand-Laden rosarot, der Bioladen & Bistro Greenbox, das Bistro v2o, der Schreibwarenladen gut, das Büro Böhm, die podologische Praxis Fußpflege Müller, der Bioland Hofladen Schätzlesruh, cheeky monkey & friends | conscious family lifestyle, der Bioladen Naturkost Lebensquelle in Fischbach, das mut – kostbares aus nah und fern sowie der Fischkönig.

Alle teilnehmenden Förderprojekte und Geschäfte sind hier zu finden: www.bvvbo.de

Pünktlich zur Weihnachtszeit gibt es die Bürgerkarte jetzt auch digital: https://buergerkarte-bodensee-oberschwaben.de/buergerkarten/

Vereine, Schulen, Kindergärten und Bürgerprojekte können sich einfach über die Plattform von BÜRGER-vermögen-VIEL e. V. anmelden: https://www.buerger-vermoegen-viel.de/

Sie sind interessiert, als Anbieter bei der Bürgerkarte mitzumachen? Ihre Ansprechpartnerin: Miriam Montano, E-Mail ; Tel.: 0176 816 857 16.

Über die Bürgerkarte

Die Bürgerkarte wurde vom Verein BÜRGER-vermögen-VIEL e.V. ins Leben gerufen. Das Bürgerprojekt ist mehrfach ausgezeichnet und prämiert. Die Karte funktioniert anonym und erfordert keine persönlichen Daten. Das Nachhaltigkeitsnetzwerk wirundjetzt e.V. hat die Bürgerkarte in der Region Bodensee-Oberschwaben im Jahr 2017 als Träger aufgebaut. Die Regionalgruppe Bodensee-Oberschwaben der Gemeinwohl-Ökonomie unterstützt die Bürgerkarte, da sie „gelebte Gemeinwohl-Ökonomie“ ist. In der Region akzeptieren derzeit 40 Anbieter die Bürgerkarte und knapp 90 Förderprojekte sind angemeldet.