Ortsrundweg Kluftern

Kunst, Geschichte, Natur & Freizeit – all das vereint der Ortsrundweg Kluftern, in Form einer „großen Acht“, bestehend aus einer Nord- und einer Südrunde. Unter dem Motto „Drei Orte – ein Weg“ verbindet er die Friedrichshafener Teilorte Efrizweiler, Kluftern und Lipbach. Als Rund- und Verbindungsweg bietet er Spaziergängern, Wanderern und Radfahrern die Möglichkeit, ein einzigartiges Stück Kultur- und Naturlandschaft nördlich des Bodensees zu erleben.

Der Ortsrundweg Kluftern wurde von der örtlichen Künstlergruppe KiK initiiert. Umgesetzt als Projekt der Lokalen Agenda 21 Friedrichshafen und des Arbeitskreises Heimatgeschichte Kluftern e. V., ist er heute Teil des OberschwabenKunstwegs (OK) und damit des umfassenden Projektes der BodenseeKunstwege „Kunst an 1000 Orten“, das in Kluftern seinen Ausgang nahm und zum übergreifenden Projekt BodenseeKulturraum gehört.

Logo Kunst in Kluftern

Die Klufterner Künstlergruppe KiK ist 2003 aus der Agenda-Gruppe aka heraus entstanden.  Ziel der Gruppe ist es, Kluftern attraktiver zu gestalten und der Ortschaft in kultureller Hinsicht ein gutes Renommee zu verschaffen. KiK ist für die Großplastiken entlang des Ortsrundwegs zuständig.

     

Alle Tore und Stationen

Auf dem Kunstweg Kluftern wurden seit 2005 zwölf Großplastiken und Skulpturen geschaffen. So können offene und verschlossene Tore, verbindende und abgrenzende Tore, Tore in die Landschaft, Tore in die Geschichte und in die Zukunft entdeckt werden. Ein dreizehntes Objekt ist vor der neuen Brunnisachhalle und vier weitere Arbeiten sind um die Kirche St. Gangolf entstanden.

Die einheitliche gelbe Wanderwege- und rote Innerortsbeschilderung im Bodenseekreis führt Sie auch in Kluftern an Ihr Ziel. Zusätzlich sind am Hugenloh und im Bereich des Rathauses Kluftern die Kunststationen des OberschwabenKunstwegs auf den roten Wegweisern ausgeschildert. An den Sockeln der Kunstwerke am Ortsrundweg gibt es Hinweise auf die nächsten Kunstwerke.

Barrierefreiheit

Der Ortsrundweg Kluftern ist in großen Teilen barrierefrei. Die Wege sind überwiegend geteert, doch es gibt auch Schotter- oder Grasstrecken.

Der Ortsrundweg führt durch die Bodensee-Kulturlandschaft vorbei an reizvollen Biotopen sowie Streuobst- und Bienenwiesen. Hier befinden sich Biberburgen und Storchennester aber auch intensiv betriebener Obstanbau. Von den eiszeitlich geformten Drumlins bieten sich reizvolle Ausblicke auf die Alpen, den Bodensee und den Gehrenberg.

Die Bodenseepfadtafeln erläutern, wie zum Beispiel am Lettenhof der älteste bekannte Baumstamm im Bodenseeraum gefunden wurde. Die Esche wuchs vor über 7.000 Jahren als hier die ersten Ackerbauern siedelten. Die Bäche Brunnisach und Lipbach bereichern die Landschaft zunehmend mit ihrer renaturierten Uferbepflanzung.

Erstmals in seiner wechselvollen Geschichte wird Kluftern 764 in einer St. Galler Vertragsurkunde beschrieben. Eine Kopie der Urkunde hängt in Großformat an der Hauswand des Klufterner Rathauses.

Es lohnt, einen Blick in die Kirche St. Gangolf zu werfen, die in einmaliger Weise die Barockkirche und den modernen Kirchenbau in Form eines großen Zeltes in sich vereint. Dank des unermüdlichen Einsatzes von Junker Wolfgang von Ratzenried, einem Nachkommen der Ravensburger Handelsfamilie Humpis, wurde mitten im Dreißigjährigen Krieg die Kirche neu gebaut. Der Junker starb noch in den Kriegszeiten völlig verarmt im Efrizweiler Schloss. Die Kluftinger, dezimiert durch die Pest und Plünderungen der schwedischen Söldner, flüchteten über den See in die Schweiz und kamen erst nach Kriegsende 1648 wieder in ihre Heimat zurück.

Mit der französischen Revolution und der Neuordnung Europas durch Napoleon wurde das Oberschwäbische Kluftern badisch. Die freiheitsliebenden Klufterner schlossen sich in der Revolution 1848 ihrem Pfarrer Johann Baptist Uhlmann an. Ihre Forderungen waren: Bildung statt Bürgerkrieg, Unabhängigkeit der Kirche von der Staatsmacht und Hilfe für die verarmten Bauern und Handwerker. Der Pfarrer büßte sein Engagement für seine Gemeinde mit einer langjährigen Zuchthausstrafe.

Eines der schwersten Eisenbahnunglücke der deutschen Geschichte ereignete sich im Klufterner Teilort Lipbach. Am 21. Dezember 1939 um 22.19 Uhr stießen ein vollbesetzter Sonderzug Richtung Markdorf mit Ziel Weil am Rhein (bei Basel) mit einem Güterzug Richtung Friedrichshafen im Nebel frontal zusammen. 106 Menschen starben.

Die Geschichtstafeln am Ortsrundweg, aufgestellt an den Orten des Geschehens und weiterer Sehenswürdigkeiten, vermitteln viele interessante Details zur Klufterner Geschichte.

1972 stimmten die Kluftener Bürger für die Eingemeindung in das finanzstarke
Friedrichshafen.

Der Ortsrundweg Kluftern wird durch viele weitere schöne Wegeverbindungen abgerundet. So etwa durch den Klufterner Panoramaweg oder den Rundweg Fischbacher Senke. Alle Wege sind für Bewegung und sportliche Aktivitäten gleichermaßen geeignet. Der OberschwabenKunstweg verbindet Kluftern mit den Nachbarorten Fischbach, Markdorf und Oberteuringen. Die Gemeinde Immenstaad wird über die Nordic-Walking-Route erreicht.

Führungen

Gunar Seitz
Koordinator Ortsrundweg
Hoher Weg 55
88048 Friedrichshafen
Tel. +49 7544 740537

Dem Künstlerkreis gehörten an:

  • Ragnhild Becker
  • Erwin Briemle (†)
  • Julia Briemle
  • Brigitte Caesar
  • Carmen Crepinsek
  • Muschel und Bert Felske (†)
  • Heinrich Kaltenbach (†)
  • Adalbert Kühnle
  • Günter Löchter (†)
  • Kathleen Manigk
  • Rudolf Moser
  • Kordula Schillig
  • Günther H. Schulze
  • Gunar Seitz
  • Erika Zehle

      
Von 2014 bis 2017 existierte ein Beirat mit folgenden Mitgliedern mit unterschiedlich langer Zugehörigkeitsdauer:

  • Prof. Dr. Andreas Zehle (Vorsitzender)
  • Clifford Asbahr (Ortsvorsteher Kluftern a. D.)
  • Josef Büchelmeier (Oberbürgermeister Stadt Friedrichshafen a. D.)
  • Peter Gerstmann (Geschäftsführer Zeppelin GmbH)
  • Thomas Goldschmidt (Geschäftsführer Stadtmarketing Friedrichshafen GmbH)
  • Peter Hauswald (Bürgermeister Stadt Friedrichshafen a. D.)
  • Margarita Kaufmann (Bürgermeisterin Stadt Friedrichshafen a. D.)
  • Dr. Stefan Köhler (Regionalverbandsdirektor Bodensee-Oberschwaben a. D.)
  • Andreas Köster (Bürgermeister Stadt Friedrichshafen)
  • Dr. Friederike Lutz (Koordinierungsstelle Kunst der Stadt Friedrichshafen a. D.)
  • Michael Nachbaur (Ortsvorsteher Kluftern)
  • Dr. Wolfgang Sigg (Gemeinderat und Kreisrat Bodenseekreis)
  • Dr. Tillmann Stottele (Leiter Abteilung Landschaftsplanung und Umwelt, Stadt Friedrichshafen)
  • Siegfried Tann (Landrat Bodenseekreis a. D.)
  • Dr. Bernd Wiedmann (Landrat Bodenseekreis a. D., Oberbürgermeister Stadt Friedrichshafen a. D. †)
  • Lothar Wölfle (Landrat Bodenseekreis)

2001 Erste Ideen für einen Kunst-Radweg im Bodenseegebiet (Ragnhild Becker und Gunar Seitz)

2003 Agenda-21 Kluftern Arbeitskreis „agenda kluftern aktiv (aka)“ definiert am 8. Januar 2003 einen Kunst-Radweg als Arbeitsfeld.

Beim Gründungstreffen von Kunst in Kluftern (KiK) am 10. Januar 2003 in Lipbach entsteht die Idee des „Ortsrundweg Kluftern“, der die Teilorte Efrizweiler, Kluftern und Lipbach miteinader verbinden soll (Motto: Drei Orte - ein Weg). Die Kunst am Weg soll das Thema Tor (Erika Zehle) aufgreifen.

2004 Das Projekt wird neben KiK Kunst in Kluftern mitgetragen von den bürgerschaftlichen Gruppierungen in Kluftern (agenda Kluftern aktiv (aka), Arbeitskreis Heimatgeschichte kluftern (AHK), Arbeitskreis Siedlung und Natur (SuN), ) und betreut von der Ortsverwaltung Kluftern sowie dem AUN Friedrichshafen. Ausweitung als Geschichtspfad (Stadtarchiv Friedrichshafen, AHK), Bodenseepfad (AUN Friedrichshafen) und Erholungsweg. Bernd Caesar entwickelt das Logo zum Ortsrundweg.

Gründung des Beirats Kunst in Kluftern KiK im Atelier von Heinrich Kaltenbach am 17. November 2004

Berufung einer Ortsrundweg Koordination: Gunar Seitz mit Ragnhild Becker

2005 Ortsrundweg Kluftern wird Bestandteil des Landschaftsparks Bodensee-Oberschwaben.

Verbandsdirektor Dr. Stefan Köhler (Regionalverband Bodensee-Oberschwaben) wird in den KiK-Beirat berufen.

Ausschilderung der Nordrunde
Bodenseepfadtafeln an der Nordrunde
Geschichtspfadtafeln an der Nordrunde
Beginn der Errichtung der Großplastiken einheimischer Künstler an der Nordrunde

Erste Überlegungen und Gesspräche zu einem interkommunalen Kunst-Weg vom Bodensee ins mittlere Schussental im November 2005 (Erstidee: Gunar Seitz und Mirko Siakkou-Flodin).

2006 Errichtung weiterer Kunstobjekte
Der Ortsrundweg ist Nucleus eines interkommunalen Kunst Wegs von Friedrichshafen-Fischbach über Oberteuringen bis Ravensburg-Weißenau (OberschwabenKunstweg)

2007 Errichtung einer Grillanlage
Weitere Geschichtspfadtafeln an der Nord- und Südrunde
Abschluss des Abschnitts 1 Kunst am Ortsrundweg

Ausscheiden von Landrat Siegfried Tann und Bürgermeisterin Margarita Kaufmann aus dem KiK Beirat und Aufnahme von Dr. Tillmann Stottele (Umweltbeauftragter der Stadt Friedrichshafen) und Lothar Wölfle (Landrat Bodenseekreis) in den KiK Beirat.

2008 Benennungsverfahren und Jurierung von vier Objekten internationaler Künstler aus der Euregio Bodensee an der Südrunde (Kunst am Ortsrundweg Abschnitt 2).
Errichtung des ersten Objektes im Abschnitt 2.
Große Ausstellung der Entwürfe im Zeppelin Museum Friedrichshafen (Titel: Euregio-Skulptur, Organisation: Ragnhild Becker und Gunar Seitz).

Ausscheiden von Oberbürgermeister Josef Büchelmeier und Erster Bürgermeister Dr. Stefan Köhler (ehem. Verbandsdirektor Regionalverband Bodensee-Oberschwaben) aus dem KiK Beirat und Aufnahme von Peter Hauswald (Kulturbürgermeister Friedrichshafen) in den KiK Beirat.

2009 Errichtung des zweiten Objektes im Abschnitt 2

Ausscheiden von Dr. Bernd Wiedmann (Stellv. Landrat) aus dem KiK Beirat

2010 Errichtung des dritten Objektes im Abschnitt 2.

2011 Errichtung des vierten Objektes im Abschnitt 2.

Einleitung des Benennungsverfahrens für den Abschnitt 3.

2012 Durchführung des Juryverfahrens für den Abschnitt 3, Gewinner ist Boris Petrovsky.

Ausscheiden von Dr. Tillmann Stottele (Umweltbeauftragter der Stadt Friedrichshafen) aus dem KiK Beirat und Aufnahme von Dr. Friederike Lutz (Koordination Kunst der Stadt Friedrichshafen) in den KiK Beirat.

2013 Abbau des Tor 7 – Tor - Mensch von Erika Zehle und Beginn der Restaurierung

2014 Wiedererrichtung des Tor 7 – Tor - Mensch von Erika Zehle

2016 Errichtung des Leuchtturmprojekts „Energia Vitale“ von Riccardo Cordero

2017 Symposium zum Thema „Macht und Pracht“ um die Kirche St. Gangolf. Dabei entstanden vier Arbeiten.

Versetzung und Restaurierung des Tor 9 – Tor zur Landschaft von Jürg Stäheli

„Energia vitale“ erklärt von Gunar Seitz

Das Kunstwerk „Energia vitale“ von Riccardo Cordero steht auf dem Platz vor der Brunnisachhalle.

Publikationen

Ortsrundweg Buch Tore

Tore

Der Kunstband beschreibt die Entwicklung des Projektes „Kunst am Ortsrundweg“ und schildert die Weiterentwicklungen hin zum OberschwabenKunstweg und BodenseeKulturraum. Im Mittelpunkt stehen die zwölf Kunstwerke, erläutert vom Hauptinitiator und Koordinator Gunar Seitz sowie mit einer Fotoauswahl des Herstellungsprozesses, zusammengestellt von Dr. Brigitta Ritter.

broschiert, 80 Seiten, 112 Abbildungen
2011, Verlag Robert Gessler
ISBN 978-3-86136-154-1
Preis: 13,90 Euro

Der Band ist im Buchhandel und der Ortsverwaltung Kluftern erhältlich.

Ansichten

rotes Buch zu und offen
Foto: Bernd Caesar

Im Rahmen des Künstlersymposiums Kluftern 2017 schrieb die Ravensburger Schriftstellerin Karin Nowak einen fiktiven Dialog zwischen Veteranen des ehemaligen Krieger-Vereins Kluftern und der GI-Uniformjacke des Klufterner Bürgers Johann Böhler.

Neben der vom Arbeitskreis Heimatgeschichte Kluftern herausgegebenen Broschüre sind Auszüge auf silberfarbenen Tafeln am Startpunkt des Ortsrundwegs zu entdecken.

ISBN 3-9804609-7-5

Kontakt

Gesamtkoordination Ortsrundweg & Führungen
Gunar Seitz
Koordinator Ortsrundweg
Hoher Weg 55
88048 Friedrichshafen
Tel. +49 7544 740537