Friedrichshafen bekommt wieder Sirenen
Die Bevölkerung kann im Katastrophenfall derzeit über viele Wege gewarnt werden – aber nicht über stationäre Sirenen. Das soll sich in den nächsten Jahren ändern: Der Gemeinderat hat am Montag, 23. Februar einstimmig die Einrichtung eines flächendeckenden Sirenenwarnnetzes beschlossen.

Mit dem Grundsatzbeschluss kann die Verwaltung nun in die Umsetzung gehen, der Gemeinderat hat für die Jahre 2026 bis 2028 Gesamtkosten von voraussichtlich 550.000 Euro bewilligt. Ziel ist eine flächendeckende Warnmöglichkeit innerhalb des Stadtgebiets mit insgesamt 24 Sirenen. Die Sirenen können in Teilbereichen des Stadtgebiets, zum Beispiel bei Hochwasser oder auch für Warnungen im gesamten Stadtgebiet eingesetzt werden. „Natürlich hoffen wir, dass wir die Sirenen so selten wie möglich benötigen – aber schon ein Hochwasser wie zuletzt in Meckenbeuren zeigt, wie wertvoll diese Warnmöglichkeit ist, wenn es tatsächlich eine Notlage gibt“, betont Bürgermeister Dieter Stauber, in dessen Zuständigkeit auch Feuerwehr und Bevölkerungsschutz liegen.
Die heute verfügbaren Sirenen unterscheiden sich maßgeblich von den alten Pilz- oder Tellersirenen. Sie haben aus Wärme- und Schallschutzgründen eine geänderte Bauweise, sie sind auch nicht lauter, aber dennoch besser zu hören. Neben der Anbindung ans Stromnetz sind die heutigen Sirenen zusätzlich mit einem leistungsstarken Akku und einem PV-Modul ausgestattet und können so auch bei Stromausfall bei Bedarf sogar mehrfach warnen oder entwarnen.
Die alten Sirenen waren nach dem Ende des Kalten Krieges vom Bund an die Kommunen abgegeben worden. Wie in vielen anderen Städten und Gemeinden wurden die völlig veralteten Sirenen auch in Friedrichshafen abgebaut und andere Warnmöglichkeiten etabliert: Aktuell wird die Bevölkerung über Radio und Internet, Warn-Apps, über das Mobilfunknetz (Cell-Broadcast) und Social Media gewarnt, außerdem verfügt die Feuerwehr über sieben mobile Sirenen, über die gezielt in Teilbereichen des Stadtgebiets gewarnt werden kann.
Aufgrund geänderter Sicherheits- und Warnanforderungen sollen die bestehenden Möglichkeiten jetzt wieder mit einer flächendeckenden Warnmöglichkeit ergänzt werden.
Sobald die Sirenen in Friedrichshafen in Betrieb sind, werden sie auch getestet, zum Beispiel beim bundesweiten Warntag, der immer im September stattfindet. Der nächste bundesweite Warntag findet am 10. September 2026 statt, dann werden gegen 11 Uhr Probewarnungen über alle vorhandenen Kanäle ausgelöst, auch die Entwarnung wird an diesem Tag geübt.
Weitere Informationen zur Vorbereitung auf Notfall- und Katastrophenlagen gibt es auf der Website des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe unter www.bbk.bund.de und unter www.friedrichshafen.de/katastrophenschutz.